Die Bevölkerungsentwicklung der Ortschaft Markwerben

(von Mike Sachse, 2021, überarbeitet 2026)

 

Bereits in der Altsteinzeit (Paläolithikum) hielten sich Menschen im Gebiet des heutigen Weißenfels und seiner Umgebung auf. Archäologische Hinweise aus dem Stadtgebiet belegen entsprechende Aktivitäten. Für Markwerben selbst sind zwar keine direkten Vergleichsfunde aus dieser Zeit bekannt, jedoch ist davon auszugehen, dass Jäger- und Sammlergruppen das Gebiet zumindest durchstreiften. Da diese Gruppen noch nicht sesshaft waren, kann im eigentlichen Sinne noch nicht von einer dauerhaften Besiedlung gesprochen werden. Dies änderte sich erst mit dem Beginn der Jungsteinzeit (Neolithikum). Seit dem frühen Neolithikum, vor rund 7.500 Jahren, besiedelten Ackerbauern und Viehzüchter die Flur von Markwerben. Dies belegen Keramikfunde, unter anderem aus Grabhügeln. Am Ende des 19. Jahrhunderts untersuchte der Weißenfelser Natur- und Altertumsverein unter Beteiligung der örtlichen Bevölkerung zwei Grabhügel in der Nähe der Salpeterhütte.[1] Unter den Funden befanden sich Gefäße, die der ältesten Kultur der Jungsteinzeit, der Bandkeramik, zugeordnet werden können. Eine zugehörige Siedlung konnte bislang jedoch nicht lokalisiert werden. Auch im Bereich des heutigen Sportplatzes wurden Siedlungsspuren in Form von Keramik nachgewiesen, was auf eine zumindest zeitweise Nutzung bzw. Besiedlung hinweist. In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts entstand auf dem Gotthardsberg[2] eine Burganlage, bei deren Errichtung möglicherweise eine ältere Befestigung weitergenutzt wurde. Im Zuge der Ausdehnung des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen bis an Saale und mittlere Elbe diente die Errichtung solcher Anlagen der Sicherung dieser Grenzräume. Die Befestigungsanlage in Markwerben erlebte ihre Blütezeit vom beginnenden 9. bis ins 11. Jahrhundert.[3] Spätestens ab der Mitte des 12. Jahrhunderts erfolgte eine funktionale Umnutzung. Die Anlage wurde nun Sitz der Edlen Herren von Werben, die sich als Burggrafen von Werben bezeichneten. Von hier aus verwalteten sie die ihnen übertragenen Gebiete.[4] Wahrscheinlich geht auf diese Phase auch der Bau der Dorfkirche zurück, von der bis heute der markante Turm aus der Mitte des 12. Jahrhunderts erhalten ist. Im Schutz der Burganlage konnte sich eine Siedlung entwickeln, deren Schwerpunkte unterhalb des Burgareals zu vermuten sind (heutige Schulstraße, Turmweg sowie der Bereich um das Kirchenareal, Hauptstraße und „Im Winkel“). Ein weiterer Siedlungsbereich ist im Umfeld der ehemaligen Salpeterhütte nachweisbar. Dieser Standort war aufgrund einer dort vorhandenen Quelle besonders günstig. Wie bereits erwähnt, war dieses Gebiet bereits in früheren Zeitabschnitten besiedelt, sodass eine weitgehend kontinuierliche Nutzung des Siedlungsraumes wahrscheinlich erscheint. Im weiteren Verlauf entwickelte sich an dieser Stelle ein Siedelhof bzw. ein Rittergut, also ein steuerbefreiter adeliger Hof ohne Wehrfunktion. Entlang der Hauptstraße konnte sich allmählich die Struktur eines Ortskernes herausbilden. In den folgenden Jahrhunderten entstand ein Straßendorf mit großen Drei- und Vierseitengehöften zu beiden Seiten der Straße. Die zugehörigen Ackerflächen lagen in der gesamten Flur verstreut. Bei einer geschätzten Anzahl von etwa acht bis zehn Bauernhöfen dürfte die Zahl der Bewohner pro Gehöft vermutlich bei vier bis sechs Personen gelegen haben. Straßendörfer wurden insbesondere im 11. bis 13. Jahrhundert in Ost- und Ostmitteldeutschland planmäßig angelegt. In unmittelbarer Nähe der frühen Hofstellen errichtete man eine Pfarrkirche, die in das mittlere 12. Jahrhundert datiert wird (freundliche Mitteilung von Rainer Schmitt); von ihr ist heute lediglich der Chorturm erhalten geblieben.[5] Nur wenig später entstand in direkter Nachbarschaft ein Pfarrhaus. Markwerben entwickelte sich damit zu einem Pfarrdorf mit einer Filialkirche in Obschütz. Vermutlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts treten Angehörige des Rittergeschlechts der Knutonen in Markwerben in Erscheinung. Ob sie den Siedelhof an der Salpeterhütte in ihrem Besitz hatten, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Möglicherweise verfügten sie auch über weitere Güter im Raum Markwerben. Die Familie, in den Urkunden auch als Knaut oder Knut bezeichnet, besaß umfangreiche Besitzungen in Thüringen und Sachsen. Im Jahr 1312 wird ein Albrecht Knut zu Markwerben urkundlich als Zeuge erwähnt. Bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts lassen sich Vertreter dieses Geschlechts in Markwerben nachweisen. Nachweislich befand sich die Salpeterhütte später im Eigentum von Angehörigen des Familienverbandes von Wolftitz. In der Folge wurde der Hof zu einem Rittergut ausgebaut. Seit wann die Familie von Wolftitz in Markwerben ansässig war, ist nicht bekannt. Das Geschlecht derer von Wolftitz erlosch gegen Ende des 14. Jahrhunderts mit Gerhard von Wolftitz, der ohne lehnsfähige Erben verstarb. Das Gut fiel daraufhin an den Landesherrn, Kurfürst Friedrich von Sachsen, der es 1437 an die Stadt verkaufte. Spätestens ab dem Jahr 1500 wurde das Gut zu einer Salpetersiederei umfunktioniert, die bis 1755 in Betrieb war, wobei in der Spätphase vermutlich nur noch geringe Mengen Salpeter produziert wurden. Obwohl es inzwischen eine Kirche gab und es sich eine dörfliche Struktur herausgebildet hatte, blieb die Einwohnerzahl gering. Da für diese Zeit keine gesicherten Bevölkerungszahlen vorliegen, können nur Schätzungen vorgenommen werden. Die Einwohnerzahl dürfte im 13. und 14. Jahrhundert kaum über 60 Personen hinausgegangen sein. Die dörfliche Infrastruktur entwickelte sich auch im 15. Jahrhundert weiter. Bereits seit der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts ist ein Backhaus nachweisbar. Als die Stadt Weißenfels das Dorf im Jahr 1437 von Herzog Wilhelm III. von Sachsen erwarb, wird in der Urkunde nicht nur die Salpeterhütte, sondern auch ein vorhandenes Backhaus[6] erwähnt. Gleichzeitig ist von einem weiteren Anstieg der Einwohnerzahl auszugehen. Der erste verwertbare Hinweis zur Einwohnerstruktur von Markwerben findet sich auf einer kartographischen Quelle. Die sogenannten Oeder-Zimmermann-Karten[7], die zwischen 1586 und 1633 entstanden, enthalten auch Darstellungen des Ortes Markwerben. Auf einer dieser Karten heißt es: „Mardwerben ins Ampt Weissenfels/ hat 27 man und 2 wüste Hofstede/ Derer sind 9 dem Ampt / 10 und 1 wüst Hofstede dem Rath / 4 dem Wilsdorffer zu Lobisch/ 2 Georg von Storckawv zu Nieder Geislaw/ und 2 dem Rath uf Schlaitz? Lehn und Zinsbar“.[8] Der Begriff „man“ bezeichnet in diesem Zusammenhang einen Haushalt, also eine bewirtschaftete Hofstelle einschließlich der dort lebenden Familiengemeinschaft. Da die Haushaltsgröße variieren kann, ist lediglich eine annähernde Schätzung möglich. Ausgehend von 27 Haushalten und einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von etwa sechs Personen (einschließlich Ehepaar, Kindern und gegebenenfalls Großeltern) ergibt sich eine geschätzte Einwohnerzahl von rund 162 Personen für Markwerben. Diese Größenordnung dürfte bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) im Wesentlichen Bestand gehabt haben. Spätestens ab den späten 1620er Jahren kam es jedoch zu tiefgreifenden Veränderungen. Der Krieg hatte nun auch Mitteldeutschland erreicht und prägte das Leben der Bevölkerung in den folgenden Jahrzehnten nachhaltig. Es kam zu wiederholten Truppendurchzügen beider Kriegsparteien, die verpflegt werden mussten oder Kontributionszahlungen erzwangen. Die Versorgungslage verschlechterte sich zunehmend; Hungerkrisen waren die Folge. Hinzu kam der Ausbruch der Pest,[9] an dem zahlreichen Menschen verstarben. Allein im Jahr 1626 starben in Weißenfels 773 Einwohner an der Seuche. Auch in den umliegenden Ortschaften ist von erheblichen Opferzahlen auszugehen, wenngleich für Markwerben selbst keine konkreten Zahlen überliefert sind.[10] Ab 1631/32 litt insbesondere die ländliche Bevölkerung massiv unter Plünderungen und Gewalttaten. C. A. Gottlieb Sturm berichtet in seiner Chronik: „In den Amtsdörfern, welche von den Bewohnern größtenteils verlassen waren, hausten herumstreifende Kroatenhaufen und Holksche Reiter noch viel schlimmer, als es von den Tilly’schen in der Stadt geschehen war.“[11] Auch G. H. Heydenreich schreibt hierzu: „Die Kirche von Markwerben ward 1631 durch die Tillyschen Soldaten ausgeplündert … Im Jahre 1741 ward die Kirche neu erbaut.“[12] Erst im Jahr 1741 war die Gemeinde somit wieder in der Lage, ein neues Kirchenschiff zu errichten. Johann T’Serclaes von Tilly (1559–1632) steht hierbei als Namensgeber für die sogenannten „Tillyschen Truppen“. Tilly war während des Dreißigjährigen Krieges Oberbefehlshaber der Katholischen Liga sowie der kaiserlichen Armee. Die unter seinem Kommando stehenden Truppen gingen insbesondere gegenüber der Zivilbevölkerung häufig brutal vor. Ihnen werden zahlreiche Kriegsverbrechen zugeschrieben, darunter auch die Zerstörung Magdeburgs sowie das Massaker an der dortigen Bevölkerung. Von einst rund 35.000 Einwohnern überlebten nach zeitgenössischen Angaben lediglich etwa 450 Personen. Das Ausmaß des Bevölkerungsrückgangs in Markwerben lässt sich nur annäherungsweise bestimmen, da entsprechende Quellenüberlieferungen weitgehend fehlen. In der Forschung zum Dreißigjährigen Krieg wird für die ländliche Bevölkerung im Allgemeinen von einem Rückgang von bis zu etwa 40 Prozent ausgegangen.[13] Erste verlässliche Einwohnerzahlen liegen für die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg aus dem Jahr 1663 vor, also rund 15 Jahre nach dessen Ende. In einem 2010 veröffentlichten Beitrag hat Manfred Straube Daten zur Bevölkerung des Fürstentums Sachsen-Weißenfels vorgelegt.[14] Demnach lebten 1663 in Markwerben insgesamt 93 Personen, darunter 22 Männer, 18 Frauen, 6 mündige Söhne, 4 Witwen sowie 3 Mägde und Knechte und 43 Kinder. In dieser Erhebung wurden ausschließlich die amtsässigen Bewohner erfasst, also diejenigen Personen, die der Amtsherrschaft als erster richterlicher Instanz unterstanden. Da zu diesem Zeitpunkt zudem noch ein schriftsässiges Gut[15] bestand, ist davon auszugehen, dass der tatsächliche Bevölkerungsstand um etwa fünf weitere Personen höher gelegen haben dürfte. Legt man die für die Zeit vor bzw. zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges geschätzte Einwohnerzahl von maximal 162 Personen zugrunde, ergibt sich ein Bevölkerungsrückgang von etwa 43 Prozent. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der unmittelbare Verlust nach dem Krieg vermutlich noch höher ausgefallen sein könnte, da zwischen Kriegsende und der Erhebung im Jahr 1663 bereits 15 Jahre vergangen waren. Für das 18. Jahrhundert liegen keine durchgängig gesicherten Bevölkerungszahlen vor. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass die im 17. Jahrhundert infolge von Klimaverschlechterungen, Hungersnöten, Epidemien und Kriegsereignissen entstandenen demographischen Verluste im Verlauf des 18. Jahrhunderts weitgehend ausgeglichen wurden und es schließlich zu einem Bevölkerungswachstum kam.[16] Seit dem frühen 19. Jahrhundert wurden Volkszählungen allgemein eingeführt. Ergänzend dazu erschienen zunehmend regelmäßige statistische Erhebungen der staatlichen und kommunalen Verwaltungen. Nicht zuletzt sind auch heimatgeschichtliche Publikationen mit statistischen Angaben zu berücksichtigen. Eine weitere wesentliche Quelle stellen die kirchlichen Register[17] dar. Im Jahr 1802 erschien eine Publikation[18] über das Kurfürstentum Sachsen auf dem Buchmarkt, in der auch Markwerben statistisch erfasst wurde. Die Einwohnerzahl wird darin bereits mit 241 Personen angegeben. Rund 50 Jahre später, im Jahr 1852, lebten bereits 341 Einwohner in Markwerben.[19] In den folgenden etwa fünf Jahrzehnten setzte sich das Bevölkerungswachstum fort. Bis zum Jahr 1900 stieg die Einwohnerzahl auf etwa 680 bis 693 Personen[20] an. Damit hatte sich die Bevölkerung innerhalb von rund 100 Jahren nahezu verdreifacht. Aus diesen Zahlen wird deutlich, dass es im 19. Jahrhundert zu einem ausgeprägten Bevölkerungswachstum kam, nicht nur in Markwerben, sondern im gesamten Gebiet des späteren Deutschen Reiches. Die Bevölkerungszahl Deutschlands stieg in diesem Zeitraum von etwa 22 Millionen auf rund 56 Millionen Einwohner.[21] Ursache hierfür waren insbesondere die kontinuierliche Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie Fortschritte in der medizinischen Versorgung. Die Kindersterblichkeit ging deutlich zurück, während gleichzeitig die Lebenserwartung anstieg. Der Bevölkerungsanstieg führte ab den 1850er Jahren in Markwerben zu einer regen Bautätigkeit, die bis in die 1920er Jahre anhielt.[22] Im Jahr 1863 wurde aufgrund wachsender Schülerzahlen eine neue Schule in der Hauptstraße errichtet. Bereits 1868 wurden in Markwerben 60 Schulkinder gezählt. Nur wenig mehr als 30 Jahre später, um 1900/1901, musste eine weitere Schule in der späteren Schulstraße gebaut werden, da die Schülerzahlen weiter angestiegen waren. Die Siedlungsentwicklung erfolgte vor allem in Richtung Uichteritz, wo sich eine straßenbegleitende Bebauung herausbildete. Zwar entstanden erste Wohnhäuser in der Uichteritzer Straße bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der überwiegende Teil der Bebauung wurde jedoch erst nach 1900 errichtet. Mit dem Bevölkerungswachstum ging auch eine wirtschaftliche Differenzierung einher. Im Ort etablierten sich mehrere größere Gasthöfe sowie verschiedene Handwerksbetriebe, darunter Stellmacher, Schmiede, Bäcker, Schneider, eine Dampfziegelei und eine Gärtnerei. Parallel dazu entwickelte sich ein reges Vereinsleben, das zeitweise bis zu elf gleichzeitig bestehende Vereine umfasste (1928).[23] Die Einwohnerzahl stieg bis zum Jahr 1912 weiter auf etwa 850 Personen an. Trotz der im Ersten Weltkrieg zu beklagenden 44 Gefallenen lebten 1919 weiterhin rund 850 Einwohner in Markwerben.[24] Im Jahr 1931 wurden bereits 985 Einwohner registriert, 1937 lag die Zahl bei 1.020 Personen. Während des Zweiten Weltkrieges kam es zu einem erneuten sprunghaften Bevölkerungsanstieg. Bis 1941 wuchs die Einwohnerzahl um etwa 100 Personen. Fremdarbeiter sowie erste Ausgebombte und infolge des Kriegsgeschehens nach Markwerben gelangte Personen trugen zu diesem Zuwachs bei. In der Folge führten Kriegsflüchtlinge, Evakuierte und Ausgebombte zu einem weiteren Anstieg der Einwohnerzahl, sodass diese bis zum Ende des Krieges weiter zunahm. Nach Kriegsende kamen zusätzlich Vertriebene und heimkehrende Soldaten hinzu, sodass die Einwohnerzahl Ende 1945 auf etwa 1.500 Personen angewachsen war. Die Wohnsituation war in dieser Zeit äußerst angespannt. In einzelnen Zweifamilienhäusern lebten zeitweise bis zu vier oder fünf Familien, wobei sich eine Familie mitunter ein einzelnes Zimmer teilen musste. Kochen, Backen und Waschen erfolgten an den wenigen vorhandenen Koch- und Waschgelegenheiten, sodass aufgrund der Überbelegung ein genau abgestimmter Zeitplan für die Nutzung der gemeinschaftlichen Einrichtungen erforderlich war. Infolge der Kriegseinwirkungen des Zweiten Weltkrieges erreichte die Einwohnerzahl einen historischen Höchststand seit Beginn der Überlieferung. In den folgenden rund 20 Jahren sank die Einwohnerzahl jedoch auf etwa 1.100 Personen. Mit dem Bau von Plattenbausiedlungen in den Städten setzte zudem eine verstärkte Abwanderung ein. Moderne Neubauwohnungen mit Zentralheizung stellten im Vergleich zu den mit Ofenheizung ausgestatteten Wohnungen eine deutlich attraktivere Wohnform dar. Bis zum Jahr 1989 ging die Bevölkerungszahl daher kontinuierlich zurück; zu diesem Zeitpunkt lebten noch 765 Einwohner in Markwerben. Auch die politische Wende und die deutsche Wiedervereinigung im Jahr 1990 wirkten sich nachhaltig auf die Bevölkerungsentwicklung aus. Arbeitslosigkeit führte dazu, dass viele Einwohner in andere Bundesländer abwanderten, um dort eine Beschäftigung aufzunehmen. Andere zogen in umliegende Städte oder errichteten Häuser in neu erschlossenen Einfamilienhaussiedlungen. In der Folge setzte sich der Bevölkerungsrückgang in den folgenden Jahrzehnten fort. Im Jahr 2025 wurde mit 543 Einwohnern (mit Hauptwohnsitz) der Tiefstand erreicht. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Entwicklung künftig stabilisiert. Markwerben verfügt über eine historisch gewachsene Struktur, ein aktives Vereinsleben sowie eine landschaftlich attraktive Lage. Durch die unmittelbare Nähe zur Stadt Weißenfels stellt der Ort weiterhin einen grundsätzlich attraktiven Wohnstandort dar.

Lit.

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Otto, Georg Ernst, Historische Nachrichten von der ganzen Pflege Weißenfels in Sachsen, und andern angrenzenden Orten, Weißenfels 1795

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Maike Vogt-Lüerssen, Der Alltag im Mittelalter, 2006,

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Schlesinger Walter, Kirchengeschichte Sachsens im Mittelalter, II. Band, Böhlau-Verlag 1983

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Sturm, Carl August Gottlob, Chronik der Stadt Weißenfels, Weißenfels 1846

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Miegel, Meinhard, Demographischer Wandel in Deutschland

Rödel, Walter G., Die demographische Entwicklung in Deutschland 1770-1820

 

[1] Grabungsbericht in der Ortsakte Markwerben (Museum Weißenfels)

[2] Mehr dazu unter dem Link: http://www.markwerben-geschichte.de/index.php/artikel/die-befestigungsanlage-auf-dem-gotthardsberg

[3] Mit der weiteren Christianisierung der slawischen Bevölkerung, was mit einer Verschiebung der Grenzen nach Osten verbunden war, wurde die Anlage als Grenzbefestigung nutzlos.

[4] Reinhard Schmitt, Burgwerben, Zur Geschichte und Baugeschichte der früh- und hochmittelalterlichen Burg und des Rittergutes, Burgwerben 2021, S. 52-56

[5] Eine gesicherte Datierung des Chorturms kann nur durch eine bauarchäologische Untersuchung erbracht werden.

[6] Otto, Georg Ernst, Historische Nachrichten von der ganzen Pflege Weißenfels in Sachsen, und andern angrenzenden Orten, Weißenfels 1795, S. 402; Bach, Ingo, 1100 Jahre Burgwerben, Goseck, Großkorbetha, Markwerben, Reichardtswerben, Tagewerben, Naumburg 1981, S. 22

[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Oeder; https://de.wikipedia.org/wiki/Balthasar_Zimmermann_(Kartograf

[8] Die originale Karte: Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Lag-/Sig: Schr. R, F.1, Sekt. XIII

[9] Maik Reichel, Weißenfels in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, S.277, in Geschichte der Stadt Weißenfels, 2010, Verlag Janos Stegovics

[10] Bach, Ingo, 1100 Jahre Burgwerben, Goseck, Großkorbetha, Markwerben, Reichardtswerben, Tagewerben, Naumburg 1981, S. 23

[11] C.A. Gottlieb Sturm, Chronik der Stadt Weißenfels, Weißenfels 1846, S. 257

[12] G.H. Heydenreich Kirchen- und Schulchronik der Stadt und Ephorie Weißenfels, Weißenfels 1840, S. 273

[13] https://www.dreissigjähriger-krieg.de/opfer.html; http://www.heimatundwelt.de/kartenansicht.xtp?artId=978-3-14-100273-7&seite=204&id=24633&kartennr=3

[14] Manfred Straube, Sachsen und seine Sekundogenituren, Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, Band 33, 2010

[15] Es handelt sich hierbei um die Salpeterhütte, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in landesherrlichem Besitz befand. Die jeweiligen Besitzer dieses Gutes waren verpflichtet, die Zuständigkeit der oberen Landesgerichte anzuerkennen. Die Schriftsässigkeit war dabei an das Gut selbst und nicht an die Person des jeweiligen Grundherrn gebunden.

[16] dazu mehr: Walter G. Rödel, Die demographische Entwicklung in Deutschland 1770-1820

[17] Bei den Kirchenbüchern treten mehrere Probleme hinsichtlich der Auswertung auf. Aus den statistischen Angaben geht nicht eindeutig hervor, ob ausschließlich die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde erfasst wurden. Dies ist jedoch anzunehmen, da sich im Vergleich zu staatlichen Zählungen Abweichungen feststellen lassen.   

[18] Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich Sächsischen Lande, Leipzig 1802

[19] Statistische Tabelle, veröffentlicht im Kreisblatt 1853

[20] Für das Jahr 1900 stehen zwei verschiedene Angaben zur Verfügung. Die höhere Angabe stammt aus dem Kirchenregister.

[21] Bei der Berechnung wurde der Grenzverlauf von 1914 als Grundlage genommen. Siehe dazu den Link:https://www.uni-muenster.de/FNZ-online/wirtschaft/grundstrukturen/unterpunkte/bevoelkerung.htm

und https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Volksz%C3%A4hlungen_in_Deutschland

[22] Hier ist besonders die Uichteritzer Straße zu nennen. Eine zweite größere Bebauungsphase gab es ab den 1950er Jahren an der Rodelbahn und ab 1990 im Auenweg.

[23] Siehe auch: Das Vereinsleben in Markwerben, Mike Sachse, 2014

[24] Diese Bevölkerungsstabilität sollte noch untersucht werden.

 

 

 

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Postleitzahl: 06667
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Koordinaten:
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